In einer Zeit der heimlichen Erziehung durch die Massenmedien, in einer Zeit des auf Illusion und Spontanerlebnis ausgerichteten, einsamen Computerspiels im Kinderzimmer kommt musikpädagogischer Tätigkeit in Schule, Musikschule und Laienkultur eine besondere Aufgabe und Bedeutung zu.

Gegenüber der Einwegkommunikation der Medien zielt Musikmachen in jeder Form auf die Kommunikation zwischen Menschen, auf das Miteinander, auf Toleranz und Teamfähigkeit.
Wir brauchen mehr Musikalische Bildung, denn diese fördert die Sensibilisierung der Wahrnehmung, das Entdecken der eigenen und fremden künstlerischen Gestaltungsfähigkeit, als Impuls zur Entwicklung von Qualitätskriterien in der postmodernen Vielfalt.

Die Lust, Musik zu hören und sich musikalisch auszudrücken, gehört zu den angeborenen Ausdrucksmöglichkeiten des Menschen.
Musik machen fördert soziale Kontakte und schafft Akzeptanz.
Musik machen fördert den Trieb zur persönlichen Leistungsfähigkeit und zur Leistungsbereitschaft.
Musik ist ein Trainingsfeld, das einen spezifischen Beitrag zur Verbesserung intelligenter und körperlicher Leistungen beisteuern kann: Musik machen trainiert Körperwahrnehmung, Konzentration, Intelligenz und Vorstellungsfähigkeit (Abstraktion) - je früher, umso nachhaltiger.
Wie Kunst und Literatur ist Musik Dokumentation von Höchstleistungen menschlichen Geistes in unserer Kultur. In der Interpretation auf dem Podium kommt die körperliche Höchstleistung hinzu.
Musikkultur in ihren vielseitigen Ausprägungen und Praxen spiegelt den Zustand einer Gesellschaft sowie ihr Verhältnis zu Bildung und geistigem Leben wider.
Musik überschreitet nationale Grenzen und bringt Menschen friedfertig zusammen.